

PLEXIGLAS® lässt sich ähnlich gut wie Holz bohren. Dennoch gibt es einige Besonderheiten, die zu beachten sind. Hier erfahren Sie, welche Bohrer sich für PLEXIGLAS® eignen, worauf Sie beim Bohren achten müssen und wie Sie dabei vorgehen sollten.
Zum Bohren von Platten aus PLEXIGLAS® ist keine spezielle Bohrmaschine, wie etwa eine Tischbohrmaschine oder eine Ständerbohrmaschine, notwendig. Es eignet sich jede handelsübliche Bohrmaschine, auch ein Handbohrer. Entscheidender als das Gerät selbst sind für präzise Bohrungen die richtigen Bohrer. Eine Möglichkeit, die sich sowohl für Hobby-Heimwerker als auch für erfahrene Profis eignet, sind für Acrylglas geschliffene Bohrer. Aber auch Holzbohrer können verwendet werden, entscheidend ist die Schneidgeometrie.
Um Spiralbohrer bei PLEXIGLAS ® werkstoffgerecht einsetzen zu können, muss der Spitzenwinkel von normalerweise 120° auf 60° bis 90° verringert werden. Der Spanwinkel muss auf einen Wert zwischen 4° und 0° zurückgeschliffen werden. Nur dann kann der Bohrer richtig arbeiten: Er schabt, statt zu schneiden, Ausbrüche der Bohrung beim Austritt aus der Platte werden somit vermieden.
Tipp: Testen Sie den Bohrungsvorgang an einem Übungsstück.
Zeichnen Sie als Erstes die Position der Bohrung mit einem Fettstift oder einem Permanentmarker an. Der minimale Abstand von den Rändern beträgt das 1.5fache des gewünschten Bohrungsdurchmessers. Wir empfehlen Ihnen, die Schutzfolie dafür nicht vom Material zu entfernen. Sie erleichtern das Einzeichnen und schützt das Material vor Kratzern.
Für eine exakte Bohrung fixieren Sie die Platte zunächst leicht mit Schraubzwingen oder Klemmen auf einer festen, ebenen Unterlage, zum Beispiel aus Holz. Das kann eine Werkbank oder ein Tisch sein. Reinigen Sie die Unterlage vor jedem Bohrvorgang, damit keine scharfkantigen Teile hervorstehen. Alternativ können Sie das Material auch in einen Schraubstock mit Schutzbacken einspannen. Richten Sie das Werkstück dann exakt aus, bevor sie es festspannen.
An vielen Bohrmaschinen lässt sich die Drehzahl einstellen. Grundsätzlich gilt: Für eine saubere Bohrung arbeiten Sie eher mit einer niedrigen Drehzahl. Als Faustregel gilt: Je grösser der Bohrungsdurchmesser, desto kleiner die Drehzahl. Für einen Bohrer mit Durchmesser 10 mm verwenden Sie beispielsweise eine Drehzahl von 800 bis 1500 U/min. Bei einem Bohrer von 5 mm Durchmesser gehen Sie hoch auf circa 1500 bis 2500 U/min.
An den Spänen, die beim Bohren entstehen, lässt sich erkennen, ob die Drehzahl der Bohrmaschine stimmt. Die Fotos verdeutlichen den Einfluss von Drehzahl bzw. Schnittgeschwindigkeit und Vorschub auf die Qualität der Bohrung, hier bei einer PLEXIGLAS® Platte:
Setzen Sie den Bohrer kurz auf der angezeichneten Markierung auf und bohren diese kurz an. So können Sie die Position der Bohrung überprüfen.
Schalten Sie die Bohrmaschine ein, bevor Sie mit dem Bohren beginnen. Wenn Sie dickes Material bohren wollen, so lohnt es sich, in mehreren Schritten durch das Material zu gehen. Bohren Sie an, gehen Sie zurück, so dass Späne entweichen könnnen und arbeiten Sie sich danach weiter durch das Material. So verhindern Sie ein verschmelzen der Späne oder ein Blockieren des Bohrers.
Wichtig: Kurz vor dem Durchbohren sollten Sie den Vorschub reduzieren, um Ausbrüche zu vermeiden.
Ab einer Materialdicke von mehr als 5 mm sollte der Bohrer regelmässig «gelüftet» werden, um eine Überhitzung auszuschliessen. Dafür den Bohrer kurz anheben. Auch sollten Sie die Bohrung kühlen. Dazu eignet sich am besten Wasser, das Sie in eine Spritzflasche füllen. Das Wasser sollten Sie regelmässig in die Bohrung geben. Besonders bei Bohrern, bei denen sich schnell Späne sammeln, ist das wichtig – etwa bei Flachfräsbohrern.
Mit einem Senker sollten Sie die Bohrung beidseitig entgraten. Das heisst, die beim Bohren entstandenen kleinen Kerben, werden entfernt. Bei grösserem Bohrungsdurchmesser können Sie zum Entgraten eine Ziehklinge verwenden.
Mit dieser Anleitung sollte einer sauberen Bohrung nichts mehr im Wege stehen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Ausprobieren.
Quelle: www.plexiglas.de
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