Materialkunde

Ist Acrylglas gleich PLEXIGLAS®? Wir klären auf

Plexiglas Platten ProTerra
© Röhm GmbH / Philip Genster

Transparente Kunststoffe, die oft als Bastelglas, Kunstglas oder Acrylglas angeboten werden, eroberten in den letzten Jahren den Markt. Sie sind beliebt in Architektur, Laden- und Messebau, in der Werbeindustrie, im Maschinenbau und in vielen weiteren Branche, in denen transparente oder blickdichte Materialien mit speziellen optischen und technischen Eigenschaften gefragt sind.

Für den Laien ist es schwer, die verschiedenen Sorten zu unterscheiden. Sie fragen sich, welche Unterschiede zwischen PLEXIGLAS® und Acrylglas bestehen? Oder was sich hinter Buchstabenkombinationen wie PMMA, PC, PS und GS verbirgt? Dieser Text zeigt Ihnen die wichtigsten Informationen über Acrylgläser und weitere Kunststoffe.

Chemisch bedingte Unterschiede von Kunststoffen

Die wichtigsten transparenten Kunststoffe sind Polymethylacrylat (PMMA, Acrylglas), Polycarbonat (PC), Polystyrol (PS), Polyethylenterephthalat (PET) und Styrol-Acrylnitril-Copolymere (SAN). Weitere Bezeichnungen sind Markennamen, wie PLEXIGLAS® oder PERSPEX® – andere sind ein Hinweis auf das Herstellungsverfahren, wie GS für «gegossen» oder XT für «extrudiert».

Die Kunststoffe unterscheiden sich aufgrund der chemischen Bezeichnung in ihrer Herstellung und speziell in ihren Eigenschaften. Während Polycarbonat ein besonders bruchfester Werkstoff ist, besticht Acrylglas durch seine Brillanz und die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten sowie eine hervorragende Bearbeitbarkeit.

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© Röhm GmbH / Philip Genster

Die Kurzgeschichte von Acrylglas (PMMA)

Bedingt durch Patente verwenden einige Firmen regional unterschiedliche Handelsnamen für Acrylgläser. Otto Röhm meldete 1933 den Markennamen PLEXIGLAS® an. Bis heute ist dies der eingetragene Markenname der Röhm GmbH in Europa und Asien.

In den USA nutzt die Altuglas International (Arkema Gruppe) den Namen. Röhm bietet Acrylglas daher dort unter dem Namen Acrylite® an und die Arkema Gruppe verwendet die Namen Altuglas® und Oroglas® in Europa.

Das Material wurde 1928 in verschiedenen Ländern unabhängig voneinander entwickelt. 1940 kam es erstmals als Kontaktlinsen zum Einsatz. Die Haube der Plattenspieler-Kombinationen Braun SK 4 war das erste Alltagsprodukt aus Acrylglas. Es kam 1956 auf den Markt und war der Startpunkt für eine echte Erfolgsgeschichte.

Weitere Markennamen für Acrylgläser auf dem internationalen Markt sind Piacryl®, Deglas®, Hesalitglas®, Limacryl®, PerClax® und Vitroflex®.

Plexiglas Familie Optical
© Röhm GmbH / Philip Genster

Grundlegende Eigenschaften von Acrylglas

PMMA lässt sich ab einer Temperatur von 100° C plastisch verformen. Es eignet sich für eine spanabhebende Bearbeitung (Bohren, Fräsen), lässt sich ausgezeichnet mit CO2-Lasern schneiden oder gravieren. Verbindungen sind durch Kleben und Schweissen möglich.

Das Material ist gut einfärbbar, witterungs- und alterungsbeständig. Obwohl Acrylglas lichtdurchlässig ist, absorbiert es UV-Strahlen und ist somit UV-stabil. Es ist allerdings kratzempfindlicher als Glas oder Polycarbonat, dafür lässt es sich polieren, um Kratzer zu entfernen.

Bei der Reinigung ist zu beachten, dass Acrylglas zwar beständig gegen Säuren, Laugen mittlerer Konzentration, Benzin und Öl ist, aber Ethanol, Aceton und Benzol lösen es an.

Für Schilder und Werbematerialien eignet sich Acrylglas wegen der schöneren Optik und der glasklaren Transparenz besser als andere Kunstglas-Arten.

Quelle: Röhm GmbH – Acrylic Products

Quelle: www.plexiglas.de

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